Über Judo

Über Judo

Geschichte des Judo basiert auf einer der traditionellen Selbstverteidigungskünste des alten Japans, dem Ju-Jitsu. Die Samurai – Ursprünge des Ju-Jitsu als in Japan mit dem Ende der Heian-Zeit (794-1185) eine Periode nahezu ununterbrochener Kriege anbrach, begann der Aufstieg der Samurai.
Die Samurai waren Angehörige der privilegierten, hierarchisch organisierten Kriegerkaste und durch einen Ehrenkodex (Bushido) an ihre Herren gebunden. Sie entwickelten streng ritualisierte Kriegskünste mit zahlreichen bewaffneten oder waffenlosen und oft geheimen Kampftechniken. Das Ju-Jitsu hatte seinen Ursprung im Nahkampf. Es entstand eine spezielle Kampfart ohne Waffen, wenn Samurai keine Schwerter zur Hand hatten, oder wenn sie ihre Gegner überwältigen wollten, ohne sie ernsthaft zu verletzen oder sie zu töten. So kamen Stösse, Tritte, Würfe und Gelenkhebel zur Anwendung. Der Einsatz von Faustschlägen und Fußtritten war nicht untersagt, doch konnte man durch die Rüstung eher der eigenen Hand oder dem eigenen Fuß Schaden zufügen, als dem Gegner. Doch die Erfinder nutzten wirksam alle Besonderheiten in der Bewaffnung des Samurai aus. So konnte man z.B. den Metallring zur Befestigung des Köchers an der Rückseite der Rüstung als Handgriff bei der Ausführung eines Wurfes nutzen. Oder ein Spezifikum einer Schule bestand darin, daß sie eine außerordentlich starke Durchschlagskraft der Hand entwickelte, die in der Lage war, die Panzerung einer Rüstung zu durchschlagen (wie im Karate). Den Höhepunkt erlebte Ju-Jitsu gegen Ende des 18. Jahrhunderts während der Tokugawa-Zeit, einer Friedensperiode, in der die Samurai sich mit Muße ihren Künsten widmen konnten. Es gab mehrere hundert verschiedene Schulen oder Systeme. Die Meji-Restauration – Veränderungen Mit der Meji-Restauration von 1868, der Geburtsstunde des modernen Japans, endete die Blütezeit der Samurai. Nach dreihundertjähriger Regierung brach das Tokugawa-Shogunat zusammen und die kaiserliche Herrschaft wurde wiederhergestellt. Die Samurai mussten ihre Waffen ablegen. Auch verlor der Nahkampf durch die Entwicklung der Feuerwaffen an Bedeutung. Japan öffnete sich gegenüber dem Ausland und suchte den Anschluss an die westliche Hemisphäre. Die Beschäftigung mit alten Traditionen wurde zum Anachronismus. Die ehemaligen Samurai versuchten jedoch, mehr oder minder glücklich, ihre Kampftechniken weiter zu praktizieren und weiterzugeben. Kano Jigoro – Das moderne Judo Es war Kano Jigoro, der der Geschichte der Selbstverteidigungkünste in dieser Zeit eine Wende gab und das Judo entwickelte. Ihm fiel die unnötige Härte – immer noch übte man für den Ernstfall auf dem Schlachtfeld – und die relative Einseitigkeit der alten Ju-Jitsu-Schulen auf. Nach mehreren Jahren intensiven Studiums kam er zur Schaffung eines neuen Systems, das sowohl zum körperlichen und geistigen Training, wie auch zur Durchführung von Wettkämpfen geeignet war.
Mit 22 Jahren eröffnete er 1882 seine eigene kleine Schule, den Kodokan (Ort zum Studium des Weges).
Er unterrichtete hier nicht mehr die simple Kunstfertigkeit der einzelnen Ju-Jitsu-Schulen, sondern sein neues System, das er, weil es unter anderem auf dem Prinzip des Nachgebens basierte und der Charakter- und Persönlichkeitsbildung breiten Raum gab, Judo (sanfter Weg) nannte. Die Überlegenheit des neuen Systems und die Persönlichkeit Kano Jigoros, der später als Leiter eines Lehrerseminars dazu beitrug, dass Judo als Fach in Schulen unterrichtet wurde, führten zur Verbreitung des Judos in der ganzen Welt.