Erklärung des Vereins

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde und Mitglieder unseres Vereins,

durch eine Presseanfrage am 13.6.2019 wurde unser Vorstand darüber informiert, dass gegen einen früheren Trainer unseres Vereins, Judo Kenshi Homburg Erbach e.V., im Jahr 2016 ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern anhängig war. Unterstellt, dass die uns übermittelten Informationen stimmen, sind wir von der Tragweite der Vorwürfe völlig überrascht und fassungslos. Aber auch die bloßen Verdachtsfälle, die von der Presse an uns herangetragen wurden, machen uns sehr nachdenklich und betroffen.

In Zusammenhang mit diesem Trainer wurde unser früherer Vorstand 2016 von einem Elternpaar diesbezüglich angesprochen. Der damalige Vorstand hat daraufhin sofort den Beschuldigten zur Rede gestellt. Dieser bestritt die Vorwürfe, räumte jedoch ein, dass ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet sei. Daraufhin beschloss der damalige Vorstand den Beschuldigten bis zum Ablauf des Ermittlungsverfahrens von seinem Traineramt mit sofortiger Wirkung zu entheben. Dieser Ausschluss dauerte bis zu seinem Tod am 19.06.2016 an.

Zu keinem Zeitpunkt bis zur Presseanfrage am 13.6.2019 wurden dem Vorstand des Vereins irgendwelche weiteren Vorwürfe bekannt, auch sonst wurden von den Mitgliedern des Vereins und den Eltern keinerlei Informationen an den Vorstand herangetragen.

Der Trainer verstarb am 19.6.2016, ohne dass der Verein über den Stand des Ermittlungsverfahrens oder auch über die Umstände des Todes informiert wurde.

Unser Verein hat bereits seit Gründung am 01.01.2013 umfangreiche Regeln zum Schutz der Mitglieder eingeführt. So findet in aller Regel eine Trainingseinheit jeweils unter der Aufsicht von zwei Trainern, und bei den jüngsten Mitgliedern auch in Anwesenheit von Eltern statt.

Da bei den Trainingseinheiten durchgehend zwei Betreuer anwesend sind und darüber hinaus zahlreiche interessierte Eltern den Trainingseinheiten beiwohnen, geht der Vorstand davon aus, dass im Rahmen der Trainingseinheiten keine Übergriffe stattgefunden haben.

Zur unmittelbaren Sensibilisierung wurde vom Vorstand sofort nach der Presseanfrage am 13. Juni 2019 und dem Bekanntwerden des oben geschilderten Vorgangs eine Trainerbesprechung durchgeführt.

Aufgrund der Dimension des bekannt gewordenen Verfahrens hat der Vorstand Kontakt zur Rechtsaufsicht des früheren Arbeitgebers des Beschuldigten aufgenommen, um – mit Blick auf die von diesen Stellen zwischenzeitlich veranlassten Maßnahmen – in einem abgestimmten und geordneten Verfahrens Hilfestellungen für die Betroffenen zu vermitteln.

Der Vorstand wird als nächsten Schritt die Mitglieder schriftlich informieren und zugleich eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, in welcher die Mitglieder umfassend über die Vorgänge informiert werden. Der Vorstand wird der Mitgliederversammlung vorschlagen, einen Beauftragten/eine Beauftragte für die Belange des Kinder und Jugendschutzes“ zu berufen.

Gleichzeitig wird in Zusammenarbeit mit dem saarländischen Judobund und der deutschen Sportjugend ein auf unseren Verein zugeschnittenes, verbessertes Präventionskonzept erarbeitet. Hierzu wollen wir auch auf die Expertise externer Fachleute zurückgreifen. Erste Anfragen und Kontaktaufnahmen dazu hat der Vorstand auf den Weg gebracht. Dieses Präventionskonzept soll dann mit entsprechenden Schulungen flankiert und umgesetzt werden.

Auch eine Erweiterung der Vereinssatzung in Bezug auf den Bereich „Kinder und Jugendschutz“ wird ebenso erwogen, wie die Schaffung einer Regelung zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses für Betreuer und Trainer.

Hierbei wird sich der Verein weiterhin an den Handlungsleitfaden für Sportvereine zum Schutz von Kindern und Jugendlichen der Deutsche Sportjugend im DOSB e.V. orientieren.

Für den Vorstand

Michael Balzer                                   Slawomir Konat

1. Vorsitzender                                   2. Vorsitzender

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Hilfsangebote

  1. Hotline: Opfertelefon des Weißen Rings:  116 006

(kostenfrei, anonym,  7 Tage die Woche von 7 bis 22 Uhr erreichbar)

  1. Schnellintervention Trauma-Ambulanzen

SHG-Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie    Waldstraße 40, 66271 Kleinblittersdorf

                                                                                              Tel.: 06805/928-20

Median Klinik Münchwies                                         Turmstr. 50-58, 66540 Neunkirchen

                                                                                              Tel.: 06858/691-209

Median Klinik Berus                                                     Orannastr. 55, 66802 Überherrn-Berus

                                                                                              Tel.: 06836/39555

  1. Anwaltliche Beratung

Der Weiße Ring kann Beratungsschecks ausstellen, falls Sie eine Beratung durch einen Rechtsanwalt wünschen.

  1. „Nele“ Verein gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen e.V.
    Dudweilerstraße 80
    66111 Saarbrücken
    Internet:www.nele-saarland.de
    E-Mail: nele-sb@t-online.de
    Tel.: 0681-32058 oder 0681-32043
  1. „Phoenix“ Beratungsstelle der AWO gegen sexuelle Ausbeutung von Jungen

Dudweilerstr. 80

66111 Saarbrücken

Tel.: 0681 – 7619685

  1. Deutscher Kinderschutzbund – Landesverband Saarland e.V. – 

Im Allmet 22 , 66130 Saarbrücken

E-Mail: lossen@kinderschutzbund-saarland.de

Tel.: 0681 –  87 28 10   

Für alle Betroffenen steht auch das Hilfetelefon des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) offen, das unter der Nummer 0800 22 55 530 zu erreichen ist.

Auch hier hören seit Jahren erfahrene Fachkräfte aus den Bereichen Psychologie und Pädagogik zu und helfen weiter. Das UBSKM und das Team des Hilfetelefons wurden im Vorfeld informiert. Die Inanspruchnahme des Hilfetelefons  ist vollständig anonym möglich.